Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht umfasst die gesamte HOLINGER Gruppe. Wo möglich wurden für das Kalenderjahr 2023 Daten aus allen Niederlassungen und Unternehmen erhoben. Fehlende und unvollständige Daten wurden mit passenden Annahmen ergänzt und anhand der Anzahl Vollzeitstellen hochgerechnet.
Erfasst wurde das Mobilitätsverhalten (zurückgelegte Kilometer und Verkehrsmittelwahl) für die inländische und ausländische Geschäftsmobilität sowie die Pendelmobilität der Mitarbeitenden. Für alle Bürostandorte wurden der Strom- und Heizwärmebedarf erhoben. Im gesamten Strombedarf sind auch die beiden Rechenzentren in Basel und Zürich eingeschlossen. Der Primärenergieverbrauch (in kWh oil-eq) und die Treibhausgasemissionen (in t CO2-eq) wurden mittels der KBOB-Ökobilanzdaten 2022 berechnet. Die Resultate berücksichtigen den gesamten Lebenszyklus von Mobilität, Strom, Wärme und Papier, jedoch sind graue Energie und Emissionen der Erstellung der Gebäude, die von HOLINGER genutzten werden, nicht enthalten. Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Zahlen pro Vollzeitstelle ausgewiesen und mit den Zahlen von 2019 und 2021 verglichen. Aufgrund der Coronapandemie ist ein Vergleich mit 2021 allerdings nur bedingt aussagekräftig.

 

PAPIERVERBRAUCH 

Der gesamte Papierverbrauch der HOLINGER Gruppe belief sich im Jahr 2023 auf gut 5 t Papier mit einem Recyclinganteil von 50 %. Dies ist deutlich weniger als in den Jahren 2019 und 2021 mit jeweils rund 8 t und entspricht pro Vollzeitstelle sogar einer Halbierung. Die Treibhausgasemissionen betrugen rund 5,5 t CO2-eq und der Primärenergiebedarf knapp 45 000 kWh oil-eq.

HEIZUNG/WÄRME

Der Heizwärmebedarf der HOLINGER-Standorte betrug 2023 gut 1 Mio. kWh, was knapp 1,2 Mio. kWh oil-eq und 240 t CO2-eq entspricht. Pro Vollzeitstelle ergibt das eine Reduktion um rund 20 % gegenüber 2021 und um rund 40 % gegenüber 2019. Der spezifische Heizwärmebedarf lag 2023 bei rund 70 kWh pro m2 Energiebezugsfläche.

STROM

Der Stromverbrauch der HOLINGER Gruppe betrug 2023 knapp 600 000 kWh. Nicht enthalten ist hierbei der Strom, der zum Laden der firmeneigenen Elektroautos verbraucht wurde, da dieser bei der Geschäftsmobilität berücksichtigt ist. Pro Vollzeitstelle entspricht das einer Zunahme von knapp 13 % gegenüber 2021, bzw. gut 19 % gegenüber 2019. Die Gründe dafür sind einerseits das Wegfallen der Homeoffice-Pflicht und die neu berücksichtigten Serverdienstleistungen externer Unternehmen. Insgesamt resultierte ein Primärenergiebedarf von knapp 850 000 kWh oil-eq, bzw. Treibhaus-
gasemissionen von 36 t CO2-eq. Die im Vergleich zu den Vorjahren hohen Treibhausgasemissionen – 2019 waren es 16 t CO2-eq, 2021 8 t CO2-eq – lassen sich dadurch erklären, dass für die meisten deutschen Standorte kein Strommix bekannt war und darum ein Durchschnittsmix angenommen wurde. Der hohe Wert ist also grösstenteils auf die Berechnungsmethodik und nicht auf eine tatsächliche Zunahme der Emissionen zurückzuführen.

 

PENDELMOBILITÄT

Die Pendelmobilität wurde basierend auf einer Mitarbeitenden-Umfrage bei rund einem Drittel aller Niederlassungen ausgewertet. Demnach legten die HOLINGER-Mitarbeitenden 2023 gesamthaft knapp 5 300 000 km auf ihrem Arbeitsweg zurück und umrundeten dabei 131-mal die Erde. Während im schweizweiten Durchschnitt das Auto mit 52 % das beliebteste Verkehrsmittel für den Arbeitsweg war, pendelten nur knapp 38 % der HOLINGER-Mitarbeitenden regelmässig mit dem Auto. Der grösste Teil, nämlich 40 %, nahm dafür den Zug. Auch der Langsamverkehr erfreute sich mit 20 % überdurchschnittlicher Beliebtheit (Durchschnitt CH: 17 %). Insgesamt lag der Primärenergiebedarf für die Pendelmobilität bei 4,1 Mio. kWh oil-eq und verursachte 817 t CO2-eq. Pro Vollzeitstelle ging die Pendelmobilität im Vergleich zu 2019 um rund 3 % zurück (ein Vergleich mit den Zahlen von 2021 ist aufgrund des verordneten Homeoffice nicht sinnvoll). Die gleichzeitige Zunahme von Primärenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen pro Vollzeitstelle gegenüber 2019 ist wiederum auf die unterschiedlichen Emissionsfaktoren für Autos zurückzuführen.

GESCHÄFTSMOBILITÄT

Für geschäftliche Reisen – zu Sitzungen, Projekten oder Weiterbildungen – haben die Mitarbeitenden von HOLINGER 2023 fast 2 500 000 km zurückgelegt. Dies entspricht einem Primärenergieverbrauch von knapp 3 Mio. kWh oil-eq und Emissionen von 675 t CO2-eq. Damit resultiert eine deutliche Zunahme pro Vollzeitstelle sowohl gegenüber 2019 (12 %), als auch im Vergleich zu 2021 (25 %). Hierfür gibt es mehrere Gründe: Zum einen dürfte die Zunahme gegenüber 2021 teilweise durch die Coronapandemie zu begründen sein. Zum anderen wurden Zug-, Flug- und Autoreisespesen dieses Jahr erstmals auch für HOLINGER Deutschland vollständig erhoben. Eine weitere Erklärung für die Zunahme des Primärenergiebedarfs und der Treibhausgasemissionen ergibt sich daraus, dass für Autos diesmal andere Emissionsfaktoren verwendet wurden, die eine realistischere Berechnung erlauben. Ein Grossteil der Zunahme lässt sich also auch hier auf eine angepasste Methodik zurückführen und nicht auf eine tatsächliche Erhöhung der Reisetätigkeiten.

SUMME ENERGIEVERBRAUCH UND TREIBHAUSGASAUSSTOSS

Insgesamt hat HOLINGER 2023 rund 9,1 Mio. kWh Primärenergie verbraucht. Damit war ein Treibhausgasausstoss von 
1772 t CO2-eq​ verbunden. Pro Vollzeitstelle ergeben sich daraus ein Primärenergieverbrauch von knapp 16 000 kWh oil-eq und Treibhausgasemissionen von 3,1 t CO2-eq. Dies entspricht einer Zunahme des Primärenergieverbrauchs um 61 % gegenüber 
2021 bzw. 36 % (2019). Beim Treibhausgasausstoss resultiert ein Anstieg um 80 % im Vergleich zu 2021 bzw. 44 % (2019). Die Hauptgründe hierfür sind:

  • Die Verwendung von realistischeren Faktoren zur Berechnung des Primärenergiebedarfs und der Treibhausgasemissionen für Autos. Dies erklärt etwa die Hälfte der Zunahme.
  • Die vollständigere Erfassung der Geschäftsmobilität, insbesondere der Flug-, Zug- und Autospesen von HOLINGER Deutschland.