Ausgangslage

Gewässerökologische Untersuchungen bei der Einleitstelle eines Leaping-Weirs in die Worble haben gezeigt, dass das Gewässer durch die Mischabwasserentlastung beeinträchtigt wird. Es handelt sich dabei um Abfälle aus der Siedlungsentwässerung. Mit einer Simulation der Immissionen mittels der Software Rebeka konnte gezeigt werden, dass auch mit dem Bau eines Regenbeckens keine wesentliche Verringerung der Gewässerbelastung durch Stoffeinträge erreicht werden kann. Der Gemeindeverband ARA Worblental, in dessen Eigentum sich die Entlastungsanlage befindet, hat deshalb die HOLINGER AG 2019 mit der Projektierung und Realisierung eines neuen Regenüberlaufs in Form eines Streichwehres mit Rechensiebanlage beauftragt. Der neue Regenüberlauf konnte im Frühling 2025 in Betrieb genommen werden.

Spezifische Herausforderungen

Neben dem hohen Grundwasserspiegel stellte auch die Vorgabe, dass das bestehende Leaping Weir bis zur Inbetriebnahme des neuen Regenüberlaufes in Betrieb bleiben musste, eine grosse Herausforderung dar. Das neue Bauwerk wurde trocken neben der bestehenden Entlastungsanlage gebaut. Auf der Zulaufleitung DN1000 des Verbandes wurde ein neuer Kontrollschacht errichtet, über welchen die Leitung nach Abschluss der Bauarbeiten zum neuen Regenüberlauf geführt werden konnte.

Das neue Entlastungsbauwerk selbst weist einige interessante Merkmale auf:

  • Speziell gefertigte Durchlaufrinne für eine optimierte Wasserführung.
  • Eingebaute Rechensiebanlage zum Rückhalt von Feststoffen.
  • MID zur präzisen Erfassung der Zulaufmenge und Steuerung der Weiterleitmenge über einen Drosselschieber.
  • Automatisierte Steuerung: Der Wasserstand in der Siebanlage wird kontinuierlich gemessen. Sobald ein bestimmter Pegel erreicht ist, springt die Siebanlage automatisch an.

Optimierter Unterhalt

Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass die Anlage möglichst einfach zu unterhalten ist:

  • Im MID-Raum gibt es einen Trinkwasseranschluss mit automatischer Hygienespülung.
  • Eine zusätzliche Mischabwasserleitung (Bypass) ermöglicht den Weiterbetrieb der Anlage während Wartungsarbeiten am MID.
  • Zahlreiche Einstiegs- & Montageöffnungen sorgen für eine optimale Zugänglichkeit aller Komponenten.

Inbetriebnahme

Nach einer erfolgreiche Trockenabnahme im Februar 2025, erfolgte im April 2025 die Nassinbetriebnahme des Bauwerks. In wenigen Stunden wurde die bestehende DN1000-Leitung im neuen Kontrollschacht im Zulauf zur neuen Anlage entfernt und die vorgefertigte Durchlaufrinne eingesetzt. Anschliessend konnte die Wasserhaltung aufgehoben und die neue Entlastungsanlage erfolgreich in Betrieb genommen werden.

Unsere Aufgaben

SIA Phasen 31 - 53

Projektteam

Kristo Lakuriqi

Geschäftsbereichsleiter Wasserversorgung / Tiefbau

Thomas Merlach

Bautechniker HF / Bauleiter